LOGO
Permalink

10

Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 1

 

Jeder von euch hatte sie bestimmt schon mal: Eine ganz tolle, inspirierende und unvergessliche Begegnung.

Ich wollte von den beliebtesten deutschen Bloggern wissen, was deren schönste Begegnung war. Ob auf Reisen, im Alltag, im Web oder sonst wo im Leben.

Da es so viele tolle Blogger und dementsprechend auch viele tolle Geschichten gibt, wird es hierzu mehrere Teile geben.

Hier jetzt die ersten fünf schönsten Blogger-Begegnungen und somit der erste Teil dieser Serie!

 

Gesa Neitzel von Bedouin Writer

 

Gesa Neitzel erzählt als Bedouin Writer auf Englisch und Deutsch Geschichten von ihren Reisen um die Welt und zu sich selbst. Es geht um Fernweh, Heimweh, Bauchweh… und all den anderen Wehwehchen, die ein Nomadenleben so mit sich bringt! In den letzten Jahren hat sie in Berlin gelebt, in Australien einen Jeep durchs Outback gefahren, in Lissabon ihr Herz verloren und in Bali nach ersten Surfversuchen gleich ein Loch im Kopf gehabt. Vor allem schreibt Gesa unheimlich toll und sehr privat – das mag ich.

Ich traf Bastien im Sherwood Forest in England. Er war dieser junge Bursche. Anfang 20. Holländer. Auf der Suche. Wir hatten eigentlich nichts gemeinsam. Außer diesem Ort.
Unter Bäumen, vor Hütten und an Lagerfeuern saßen wir im Wald und redeten.
Und redeten.
Und gingen mit dem Hund spazieren.
Und spielten Gitarre und Karten.
Und redeten.
Über unsere Träume.
Und das Leben.
Und so.
Und nach zwölf Tagen gingen wir getrennte Wege.
Und wussten doch, dass wir uns wiedersehen würden.

Schon zweimal sind wir uns seitdem wieder begegnet.
Zunächst am Ring of Kerry, wo uns die irische See um die Nasen pfiff.
Zuletzt in Bangkok, wo wir feststellten, dass wir längst Freunde geworden waren.

Es gibt nicht viele Menschen, die dich so annehmen wie du bist. Darum musst du feste zupacken, wenn dir einer von ihnen über den Weg läuft. Und darfst ihn nicht mehr gehen lassen.

 

 

Fee-Jasmin Rompza von Fee ist mein Name

 

Fee ist mein Name“ und so heißt auch ihr Blog. Fee berichtet dort über alles, was sie glücklich macht. Und das ist so einiges: DIYs und Rezepte, Reiseberichte und Lomography, Musik und Nostalgiefotos. Außerdem zelebriert sie immer wieder ihre Zuneigung zum Ruhrpott. Der verbindende rote Faden ist schließlich ihre Liebe zum Schreiben und Fotografieren, mit der ihre Posts erst an Form gewinnen. Fee ist der Überzeugung, dass die Essenz des Bloggens das Teilen der Dinge ist, die man liebt und in die man eine Menge Herzblut steckt.

Ina wollte von mir wissen, welches bisher die schönste Begegnung mit einem Menschen für mich war? Ich habe tagelang darüber nachgedacht und bin doch zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen.

Also erzähle ich Euch von meiner spannendsten Begegnung, die mit Reisen zu tun hat: Meine sechs Jahre jüngere Schwester hat jahrelang sehr intensiv Ballett getanzt. Immer zu Weihnachten gab es eine große Aufführung der Ballettschule, zu der immer mehrere hundert Besucher kamen. Ich konnte zwar nicht tanzen, aber ich konnte malen und so habe ich immer die 60qm großen Bühnenbilder für die Veranstaltungen gestaltet. Die Ballettlehrerin meiner Schwester kam aus dem Iran, sie selbst lebte schon lange in Deutschland, ihre Mutter allerdings war in die USA ausgewandert.

Im Jahr 2000 kam sie zu Besuch und sprach mich bei der Aufführung an: Sie war privat eine leidenschaftliche Malerin und begeistert von meinem Bühnenbild. Und ohne groß nachzudenken, lud sie mich ein, sie doch mal in Texas zu besuchen. Gesagt, getan. Anfang 2001 flog ich für vier Wochen nach Houston, begleitete sie in ihrem Alltag und fuhr auch mehrfach mit ihr zur Arbeit. Sie war Schulpsychologin an einer Middle School und ich bekam die Gelegenheit am Unterricht teilzunehmen, Schüler kennenzulernen und überhaupt einen intimen Einblick in den amerikanischen Alltag zu erhalten. Einen ganzen Monat lang widmete sie der Aufgabe, mir alles zu zeigen, was ihr Leben und ihren Lebensraum betraf. Sie zeigte mir die Stadt, ihre liebsten Märkte, wir fuhren zum Johnson Space Center der NASA, gingen einkaufen und zum Sport. Sie kochte iranische Gerichte für mich und machte mir morgens Pop Tarts zum Frühstück.

Damals mit 19 Jahren habe ich die ganze Geschichte ein bisschen zu selbstverständlich genommen. Rückblickend bin ich allerdings sehr dankbar für diese Möglichkeit, die mir ohne jegliche Erwartungen entgegengebracht wurde.

 

 

Johannes Klaus von Reisedepeschen

 

Johannes liebt inspirierende, unterhaltsame Reise-Geschichten und -Gedanken. Mit dem Reisedepeschen-Projekt möchte er diese von ausgesuchten Autoren auf einer Plattform sammeln, und so auffindbar machen. Die vielen verschiedenen Autoren machen Reisedepeschen besonders abwechslungsreich – ich freue mich immer richtig, wenn eine neue Geschichte online ist.

Krusty, Le Chiffre, der Schwede: Er hat viele Namen. Und doch ist er unverwechselbar. Sollte man denken! Budva, Montenegro. Ich kaufe einen Wurstzipfel, ein anderer Mann Tomaten. Die Verkäuferin verwechselt uns, wir lachen. Ein verhängnisvoller Aussetzer, denn schon bald denkt jeder, der uns sieht, dass wir uns schon seit Ewigkeiten kennen würden – uns inklusive.

Noch viele Male werden Alex und ich zusammen zu Reisen aufbrechen, ob in die Türkei, Irak, Georgien, Somaliland, Brunei, Borneo oder die Philippinen. Viele Lieder haben wir gesungen, manchen Overnightbus überlebt und fantastische Abenteuer erlebt. Doch was das Schönste ist: das Lachen begleitet uns – egal wo wir sind.

 

 

Conni Biesalski von Planet Backpack

 

Conni lebt, reist und arbeitet rund um die Welt. Und das seitdem sie 15 Jahre alt ist. Mittlerweile weiß sie wie der Hase läuft da draußen. Sie möchte ihren Lesern helfen, dass auch sie ein Leben wie ihres führen können! Planet Backpack war einer der ersten Reiseblogs, auf den ich gestoßen bin und sie hat mich noch mal darin bestätigt, in nicht allzu langer Zeit meine Sachen zu packen und einfach loszuziehen.

Da ich liebend gerne Menschen kennenlerne, gab es in der Vergangenheit sehr viele tolle Begegnungen.

Die letzte, die mir tief in Erinnerung geblieben ist, war in Chetumal im Süden Yucatans, Mexiko. Wir waren für eine Nacht in dem einzigen Hostel der so ziemlich langweiligsten Stadt der Region.

Die Besitzerin Olga und ich haben uns direkt gegenseitig ins Herz geschlossen, und ich würde fast jedem vorschlagen, allein nur wegen ihr nach Chetumal zu fahren.

Wir haben uns eine Weile unterhalten bevor wir aus Chetumal weitergezogen sind und sie hat mich mit ihrer herzlichen Art tief berührt.

So saßen wir auf der Veranda des Hostels und haben Kaffee getrunken und gequatscht und gequatscht. Ich habe ihr unendlich viele Fragen gestellt und ich glaube sie hat es sehr genossen sie alle zu antworten…

Sie kommt ursprünglich aus Monterrey, aber hat ihr halbes Leben auf Haiti verbracht. Als die politische Situation dort immer unerträglicher wurde, hat sie das Land verlassen und ist zurück nach Mexiko. Ihre Seele ist immer noch in Haiti, sie vermisst ihr Leben und ihre Freunde dort, aber weiß, dass sie nie wieder dorthin zurückkehren kann.
Die Hälfte ihrer Familie stammt aus Belize, dem Nachbarland Mexikos. Ihr junger Neffe führt mit ihr das Hostel und ich war beeindruckt wie lieb die zwei miteinander umgingen und wie freundlich und zuvorkommend zwei Menschen sein können.
Aufgrund ihrer Geschichte, spricht Olga Spanisch, Englisch, Französisch und Kreolisch fließend.
Sie hatte unglaublich viele interessante Geschichten auf Lager. Ich habe in der wenigen Zeit viel über Mexiko, die Kultur, ihr Leben in und Flucht aus Haiti erfahren – und hätte ihr noch stundenlang zuhören können.

Zum Schluss haben wir uns fest umarmt und waren beide so dankbar, dass wir uns kennenlernen durften.

 

 

Clara Kirchner von tastesheriff

 

Clara ist im echten Leben Interior- Stylistin und kümmert sich darum, dass Fotos in Wohnmagazinen oder in Katalogen so gut aussehen wie sie aussehen. Seit einigen Jahren bloggt sie unter dem Namen tastesheriff, da sie so gerne Geschmackspolizei geworden wäre – leider kein realer Beruf! Zudem hat sie mit zwei weiteren Blogger die Aktion „Post aus meiner Küche“ ins Leben gerufen und ist Mitorganisatorin der BLOGST Konferenz. Als tastesheriff teilt sie mit ihren Lesern ihre Leidenschaft für schöne Dinge, einfache Selbermachideen und tolles Essen? Warum? Weil es sie glücklich macht!

Wie die Metapher von einem halbvollen Glas, geh ich auf Begegnungen zu. Es sind manchmal die kleinen Begegnungen. Der Blick, der mehr sagt als viele Worte und Fremde verbindet. Wenn man sich zu Beispiel beim Sport abquält und man sich mit einem Gleichgesinnten aber Fremden ein Lachen zuwirft, ist alles nur noch halb so schlimm. Oder ein längeres Warten an der Ampel, weil die gebrechliche Oma es noch nicht über die Straße geschafft hat und der Blick voll Dankbarkeit nach einem sucht.

Ich liebe Begegnungen und versuche mein Umfeld immer bewusst aufzunehmen…
Es passieren so komische Sachen auf der Welt… Als wir vor 3 Jahren in Argentinien im Urlaub waren und auf einer Estancia von einem argentinischen Polospieler und seiner deutschen Frau waren, stellte sich recht schnell heraus, dass diese deutsche Auswanderin in unmittelbarere Nachbarschaft zu meinem Elternhaus groß geworden ist. Nur 1,5 km entfernt in der nordfriesische Steppe haben ihre Eltern ein Ferienhaus. Schließlich konnten wir nicht nur eine Gemeinsamkeit finden.

Meine persönlichste Begegnung war jedoch die mit meinem Freund und zukünftigen Mann.
Gegen 3 Uhr nachts in einer üblen Kaschemme auf dem Kiez. Beide nicht mehr richtig bei Sinnen und auch das Sprachzentrum stark eingeschränkt. Ein Treffen an der Jukebox – man zog gemeinsam weiter und die Dialoge verliefen ungefähr so: „und was machst Du beruflich“ – „Ja, voll sonnig heute“. Daraus entstand im nächsten Schritt eine virtuelle Begegnung im Internet und fast 7 Jahre später stehen wir nun vorm Traualtar…  Hätte mir das jemand gesagt, hätte ich es nicht geglaubt! Ne Kiezbekanntschaft!

 

Weitere Blogger-Begegnungen folgen… 

Wie sieht es bei euch aus? Was waren eure schönsten oder inspirierendsten Begegnungen?

 

 

10 Kommentare

  1. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 8 : people on my way

  2. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 7 : people on my way

  3. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 6 : people on my way

  4. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 5 : people on my way

  5. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 4 : people on my way

  6. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 2 : people on my way

  7. Pingback: Blogger verraten ihre schönsten Begegnungen – Teil 3 : people on my way

  8. eine meiner besten freundinnen habe ich vor 15 jahren auf gomera am nacktbadestrand kennengelernt… jetzt freue ich mich, dass wir durch das leben in hamburg (ich) und bremen (sie) näher zusammengerückt sind. hach!

  9. oh cool. Das sind wirklich schöne Begegnungen!
    meine schönste begegnung… hmmm oha das is echt schwer

    Aber die mit meinem Mister R. war schon sehr schön!
    Wir haben uns im Internet „kennengelernt“ uns dann mal kurz gesehen und ne Woche später wollten wir einfach bissl in das gelbe M – reden, was essen.
    daraus wurde eine ganze Nacht . Wir saßen solange im MC bis sie uns baten rauszugehen um zu putzen. also ging es weiter in eine Musikbar und als die Sonne langsam rauskam wieder zurück in MC um zu frühstücken 😉 Diese Nacht werden wir beide wohl nie vergessen.Wir haben einfach geredet – über uns, das Leben, einfach alles und viel gelacht. es war wunderschön! Allzugerne hätte ich mir diesen damals fremden Menschen geküsst – einfach so. ich war fasziniert, fühlte mcih zu ihm hingezogen…
    aber es war gut dass ich es nicht getan habe 😉 ein paar wochen später tat er dann diesen Schritt und nun sind wir schon über 3 Jahre zusammen!

    grüßle
    Dani

  10. Ich war erstarrt, wie eingefroren.
    Die Begegnung mit dir machte mir Mut.
    Hoffnung, Freude, Staunen, Liebe.
    Aber auch Schmerz, Verzweiflung.
    Zerrissen zwischen unseren Welten. Angst, Zweifel.
    Aufwachen. Neuer Mut. Ich bin froh, losgelaufen zu sein.
    Langsam Friede und Ruhe.
    Ich bin dankbar, dass wir uns begegnet sind.

    …………………………………………………..Auf Tobago

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.